
Kronen Zeitung
RHEINDORF BLÜHT AUF
Altach reitet diese Saison auf der Erfolgswelle
Am Mittwochabend zogen die Vorarlberger mit einem 1:0-Sieg in Salzburg erstmals in das Finale des ÖFB-Cups ein, in der Bundesliga können es Coach Ognjen Zaric und sein Team in die Meistergruppe schaffen – es läuft bei den Altachern! Und die Kritiker, die bessere Spieler anstatt Investitionen in die Infrastruktur gefordert hatten, schweigen jetzt.
Nach 96 Minuten stand die Fußballwelt in Österreich Kopf. Underdog Altach hatte den Aufstieg ins Cupfinale geschafft. Gegen Österreichs reichsten Klub. Nicht mit Glück, sondern hochverdient.
„Mit diesem Spielverlauf hätten wir sogar höher gewinnen müssen“, meinte der seit 56 Tagen höchst erfolgreich agierende SCRA-Trainer Ognjen Zaric. Dessen „Abschussliste“ sich nach sechs Partien sehen lassen kann. Im Cup Sturm Graz und Salzburg ausgeschaltet, in der Meisterschaft nach der Winterpause mit Siegen gegen BW Linz und Austria Wien sowie den Remis in Hartberg und gegen Rapid acht Punkte geholt. Damit sind die Vorarlberger die beste Frühjahrself. Fuhren mit breiter Brust nach Salzburg und überzeugten vor nur 5700 Zuschauern mit einer abgeklärten Leistung.
Überrascht hat nicht nur der Aufstieg ins Finale, sondern vor allem das Wie. Sportkoordinator Eric Orie prophezeite schon vor dem Spiel: „Wir müssen die ersten 20 Minuten überstehen. Und dann machen wir ein Tor aus einer Standardsituation.“ Es kam ganz genau so, wie es der schlitzohrige Holländer vorausgeahnt hatte.
Kritiker verstummten
Noch vor Monaten wurde die Altacher Klubführung für ihre Millionen-Investitionen in die Infrastruktur von vielen Fans arg gerügt, sie hätten lieber bessere Spieler in Altach gesehen. Jetzt jubeln aber alle: Über das Schmuckstück Schnabelholz und über den sportlichen Aufschwung im Verlauf dieser Saison.
Der damit begonnen hatte, dass der damals neu installierte Sportdirektor Philipp Netzer an Trainer Fabio Ingolitsch festhielt, obwohl er mit einem Schnitt von nur 0,75 Punkten pro Spiel beinahe abgestiegen wäre. Derkurz nach Weihnachten für knapp 300.000 Euro zu Sturm Graz abgewanderte Coach drehte im Sommer an der richtigen Rädchen.
Ingolitsch formte aus der Defensive, die noch im Vorjahr die viertschlechteste der Liga war, ein Bollwerk. Das nun kaum noch Gegentore bekommt. Der seit Januar amtierende Neo-Coach Ognjen Zaric hat die Ingolitsch-Defensive perfektioniert und der Altacher Offensive Mittel und Wege eröffnet, wie man auch Tore schießen kann. Dabei ist es egal, wer das macht. Drei der letzten vier Treffer erzielten Abwehrspieler.
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